Skip to main content
16. April 2026

Gegenwind für das Ressourcenzentru­m Lienz

Eigentlich ist das „Ressourcenzentrum Lienz“ auf Schiene, am 22. April findet die Bauverhandlung statt. Allerdings: Nicht mehr alle Talboden-Gemeinden sind sich sicher, ob die Idee eine gute ist. Und eine weitere Problematik gibt es. Eine Recherche.

Wo aktuell die Kompostieranlage betrieben wird, soll das Resourcenzentrum entstehen. Foto: Thomas Isep

Morgen kommen die Osttiroler Bürgermeister zusammen. Verbandsversammlung ist – jene des Abfallwirtschaftsverbandes Osttirol. Eigentlich sind derartige Sitzungen kein großes Spektakel. Doch dieses Mal ist eine gewisse Brisanz vorprogrammiert. Auslöser ist ein Schreiben der Gemeinde Lavant, das gestern an alle Bürgermeister ging. Fünf Seiten lang ist es, der Betreff lautet: „Information an alle Verbandsgemeinden im Vorfeld zur Verbandsversammlung des Abfallwirtschaftsverbandes Osttirol am 17. April 2026 zum Thema Deponie Lavant“.

Aber von vorne: Im Sommer 2025 präsentierte der Abfallwirtschaftsverband (AWV) gemeinsam mit Bürgermeisterin Elisabeth Blanik und Bundesrat Markus Stotter das Projekt Ressourcenzentrum Lienz. 15 Gemeinden und damit rund 28.000 Menschen werden hier ihre Wertstoffe unter einem Dach entsorgen können“, so Georg Rainer, Obmann des AWV damals. Die Kosten: Sechs Millionen Euro, wovon zwei Drittel vom Land an die Talboden-Gemeinden fließen sollten. Errichtet werden sollte es auf jenem Areal im Süden von Lienz, auf dem die Stadtgemeinde derzeit die Kompostieranlage betreibt. Der Baurechtsvertrag bringt der Stadt Lienz in den nächsten 40 Jahren rund 45.000 Euro jährlich – in Summe 1,8 Millionen Euro.

Ausstehende Beschlüsse

Das Projekt ist mittlerweile weit fortgeschritten. Beim Bauamt der Stadt Lienz ging bereits das Bauansuchen ein. Die Bauverhandlung ist gar schon für den 22. April angesetzt. Und auf der Website der Bezirkshauptmannschaft Lienz findet man auch schon die Ausschreibung der Verhandlung für das abfall-, wasser- und naturschutzrechtliche Verfahren. Alles auf Schiene also? Nicht wirklich? Denn beteiligten Gemeinden wurden vom Abfallwirtschaftsverband angewiesen, noch im April alle notwendigen Gemeinderatsbeschlüsse zu fassen. Unter anderem geht es darum, den Baurechtsvertrag mit der Stadt Lienz abzusegnen, die Grundsatzvereinbarung und den Betreibervertrag.

Doch ganz so locker-flockig geht das nicht, etwa in Tristach. Bürgermeister Markus Einhauer formuliert die Skepsis gegenüber dem Osttiroler Bote so: „Die Gemeinde Tristach hat ein relativ gut funktionierendes System.“ Dennoch: Den Grundsatzbeschluss, dass die Gemeinde dafür ist, gebe es. Woran scheitert es dann? Einhauer: „Für uns ist es auch eine Frage des Verkehrs. Dieser wird im Talboden nicht weniger.“ Und ein Argument gegen das Projekt dürfte es noch geben: Derzeit zahlen die Tristacher Bürger für die Anlieferung des Sperrmülles nichts. Aus der Präsentation des AWV geht hervor, dass man im Ressourcenzentrum mit 39 Cent brutto pro kg Sperrmüll rechnet. Ob die Beschlüsse in Tristach positiv ausfallen werden, konnte Einhauer gestern noch nicht einschätzen.

Die gesamte Recherche lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe des Osttiroler Boten.

 

Kommentar verfassen

Sie können nun auf das Kommentar von "Some User" antworten.