Ein Juwel der Kärntner Pferdewirtschaft und der Kärntner Landwirtschaftskammer ist der Pferdeaufzuchthof am Ossiacher Tauern.
Von Karl Brunner
Dieses besonders wertvolle Kulturgut – einstiger Besitz des ehem. Benediktinerstiftes Ossiach - feiert heuer (8. Mai) sein 120-jähriges Bestehen. Die einstige Meierei dieses Stiftes diente ursprünglich der Versorgung des Klosters, als ihr Gründungsdatum wird das Jahr 1513 angegeben. Im Eingangsbereich des Gebäudes der LK Kärnten in Klagenfurt macht gleich ein großes Foto aufmerksam auf diese malerische Gebäudegruppe, die sich in 960 m Seehöhe auf einer Rodungsinsel auf dem Bergrücken über dem Ossiacher See befindet. An der zunächst dem Apostel Thomas geweihten Kapelle wurde schon 1290 eine ständig von einem Mönch und Priester betreute Seelsorgestation für die Meierleute des Stiftes und wohl auch für Säumer eingerichtet. Von dem im Jahre 1519 begonnen spätgotischen Kirchenneubau ist nichts mehr erhalten, da Abt Caspar Rainer (1495-1616) die Kirche abermals von Grund auf neu errichten ließ. Die Kirche ist dem Heiligen Antonius von Padua geweiht ist. Das alte Herrenhaus südwestlich der Kirche, jahrhundertelang Wohnhaus des Stiftsgeistlichen, dürfte in der ersten Hälfte des 16.Jahrhunderts errichtet worden sein. Zwischen Herrenhaus und Kirche ist im 19. Jht. das Meierhaus von Grund auf errichtet worden. Zwei Marmortafeln erinnern an den verdienstvollen Förderer der Kärntner Pferdezucht, den k.k. Landesveterinär Franz Josef Suchanka, sowie an den Erwerb des Gestütszuchthofes durch die Kärntner Landwirtschaftskammer im Jahre 1934.
LK-Besitz seit 1934
Auf der Tafel in der LK Kärnten ist zu lesen: 1783 ging mit dem Stift auch der Tauernberg in den Besitz des Staates über. Vom Militär verwaltet, wurden auf dem Gut über lange Zeit Pferde aufgezogen, die der Kavallerie (für den Nachwuchsbedarf) dienten. 1906 – also vor 120 Jahren – wurde mit der Aufzucht von Junghengsten begonnen und auch heute noch haben die meisten Kärntner Zuchthengste die harte, aber gesunde Aufzucht am Ossiacher Tauern begonnen. 1934 erwarb die LK Kärnten den Aufzuchthof Ossiacher Tauern. Es wurden hier Kurse für Jungbauern, Melker und landwirtschaftliches Personal abgehalten. Noch bis in die 1970-er Jahre ist an diesem Hof, vorwiegend mit Rindern der bodenständigen Rasse Pinzgauer, Milchwirtschaft betrieben worden. Erwähnt sei auch, was Agrarpublizist Konrad Erker (in: „Von Maria Theresia zur EU“) festhielt: „..Das „kleine norische Muttergestüt in Ossiach“ hatte man zwar 1906 aufgelassen, seine „Meierei, der Ossiacher Tauern, blieb aber der Pferdezucht erhalten“. Land und LK haben in den letzten Jahren in die Sanierung und Restaurierung des Aufzuchthofes hohe Summen investiert und damit auch die große Bedeutung der Pferdewirtschaft unterstrichen.